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Eine Welt-Projekt

Klatschen und Trampeln im Takt: Was auf den ersten Blick aussieht wie Schuhplattler ist Gummistiefeltanz - eine Arbeitertradition aus Afrika.
Mit viel Elan versuchte Excellent den Schülern sein Land näher zu bringen.

Wie ein Schuhplattler in Gummistiefeln

Informationstag in der Realschule Hausberge zur "Aktion Tagwerk"/ Schüler wollen mit Engagement in Afrika helfen

Porta Westfalica-Hausberge (nik). Lautes Klatschen und Gröhlen in der Aula der Realschule Hausberge: Was die Schüler der siebten Klasse da machen, sieht verdächtig nach ersten Schuhplattlerversuchen aus. In Wahrheit lernen sie den Gummistiefeltanz.

Von Nina Könemann

Die beiden Südafrikaner Lucky (20) und Excellent (25) haben sich der rund 90 Schüler angenommen und versuchen sie mit Anfeuerungsrufen zum Klatschen und Tanzen zu bewegen. Was dabei herauskommt sieht wenig nach traditionell südafrikanischem Tanz aber dafür sehr nach Spaß aus. Lucky und Excellent sind beide grellgelb gekleidet, auf ihren T-Shirts glänzt in schwarzen Lettern der Schriftzug: "Aktion Tagwerk - Dein Tag für Afrika".

Was hinter dem Projektnamen steckt ist schnell erzählt: Alle Schülerinnen und Schüler der ersten bis 13. Klasse sind am bundesweiten Aktionstag, dem 17. Juli, aufgerufen, Schultasche und Stifte zu Hause zu lassen und stattdessen einen Tag für einen guten Zweck zu arbeiten. Dafür suchen sie sich im Vorfeld eine Arbeitsstelle und vereinbaren einen Tarif, zu dem sie ihre Dienste anbieten. Das verdiente Geld wird dann auf das Konto der "Aktion Tagwerk" überwiesen und geht an Entwicklungsprojekte in Afrika.

Die Realschule Hausberge nimmt schon zum vierten Mal am Projekt teil. In den vergangenen Jahren haben die Schüler mit ihrer Arbeit insgesamt 6 000 Euro eingenommen. Davon wird heute zum Beispiel 42 Kindern in einer Schule in Ruanda die Sekundarstufe finanziert.

Fotos: Nina Könemann

Das Engagement der Schüler ist auch in diesem Jahr wieder groß. "Unsere fünften und sechsten Klassen nehmen fast zu 100 Prozent teil", berichtet Organisatorin Angelika Eyßler. Bei den Größeren sei der Elan da schon etwas verhaltener. "Ab der achten Klasse wollen sie hauptsächlich schulfrei haben", ist Eyßlers Erfahrung. Da sei es dann auch schwerer zu kontrollieren, ob die Schüler wirklich arbeiten gingen oder das Geld aus eigener Tasche zahlten. "Das ist ja nicht Sinn der Sache", sagt sie.

Die Ironie hinter der Mogelei sei den Jugendlichen dabei durchaus bewusst. "Letztes Jahr haben mich zwei Jungen darauf angesprochen, wie komisch es ist, dass sie arbeiten, um nicht zur Schule müssen und damit Geld verdienen, dass Kindern die Schule bezahlt", erinnert sich Eyßler. Deshalb hofft sie, dass sich auch von den älteren Jahrgängen wieder einige erwärmen lassen.

Um die Kinder im Vorfeld darüber zu informieren, wie wichtig die Hilfe für Afrika und das freiwillige Engagement sind, ist seit März ein vierköpfiges Projektteam mit dem "Tagwerk-Infomobil" in NRW unterwegs.

Warum sie sich diesen Stress antun weiß Mitarbeiterin Caro Krayer (20). "Unser Ziel ist 50 Schulen zu erreichen und für das Projekt zu begeistern", sagt sie. Solange werden Excellent und Lucky weiter mit Schülern Tanzen, Singen und versuchen in ihren gelben T-Shirts Aufmerksamkeit zu erregen.

Copyright © Mindener Tageblatt 2008
Dokument erstellt am 29.05.2008 um 21:19:52 Uhr
Erscheinungsdatum 30.05.2008 | Ausgabe: MT

Schüler helfen Schülern

Schülerinnen und Schüler Realschule Hausberge der RS Hausberge helfen Schülern in Ruanda (Zentralafrika)

Im Schuljahr2002/03 wurde im Rahmen des Religionskurses der 9. Klassen beschlossen, sich für ein Projekt in der "Dritten Welt" zu engagieren. SV und Schulkonferenz stimmten zu, und man entschied sich, bedürftigen Sekundarschülern in Musasa Ruli - das ist ein kleiner Ort in der Gemeinde Rushashi auf einem der vielen Hügeln des zentralafrikanischen Landes Ruanda - das Schulgeld (ca. 120 Euro pro Jahr) zu bezahlen.

In Zusammenarbeit mit dem Schulzentrum Bad Oeynhausen-Süd, das seit 1995 in verschiedenen Bereichen in Ruli tätig ist, und der Organisation "Help, Hilfe zur Selbsthilfe e.V" ermöglichen wir inzwischen 28 Sekundarschülern den Schulbesuch durch die freiwilligen Spenden (1,50 Euro pro Halbjahr) unserer Schüler.

Aufgestockt werden die eingesammelten Beträge (zwischen 450 und 600 Euronen) durch Aktionen an den Elternsprechtagen , den Bundesjugendspielen und anderen schulischen Veranstaltungen.

Wie im letzten Schuljahr werden wir auch am 30.06.2005 wieder an der Aktion Tagwerk  teilnehmen. An diesem Tag, der an allen Schulen in ganz NRW stattfindet, gehen unsere freiwillig teilnehmenden SchülerInnen nicht zur Schule, sondern arbeiten zwei bis drei Stunden in Betrieben, bzw. bei Verwandten oder in der Familie. Der Arbeitslohn, der direkt auf das Konto der Aktion Tagwerk überwiesen wird, kommt unserem Projekt zugute. Im Jahr 2003/04 waren das ca. 5.000 Euro.

Die Spendengelder kommen zu 100% in Ruanda an, da sie von Frau und Herrn Eyßer   persönlich übergeben werden, bzw. auf das Konto der ihnen und durch Besuche in der RS Hausberge auch den Schülern der RS bekannten Priestern Gallican NDAYISABA oder Jean-Claude MUWANDIMWE überwiesen werden.